The Book Thief- Taschenbuch

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Produktdetails

Book cover: The Book Thief
 
 
 
 
 
Autor
Veröffentlichung31.08.2007
Seiten560 Seiten
SprachenEnglisch
Bewertung4.5
ISBN0552773891
EAN9780552773898

Beschreibung

Liesel ist zehn Jahre alt als ihr Bruder stirbt und sie fort von ihrer Mutter zu einer fremden Familie in Molching muss. Allerdings lebt sie sich dank ihres neuen Papas schnell ein. Denn der scheint genau zu wissen, was Liesel braucht und hat immer die richtigen Worte parat. Liesel freundet sich mit Rudy, dem Nachbarskind, an. Gemeinsam stehlen sie immer wieder Bücher aus der Bibliothek des Bürgermeisters und wenn der Bombenalarm beginnt und alle Bewohner der Himmelstraße in den Schutzkeller gehen müssen, liest Liesel den Anwesenden aus ihren Büchern vor und lenkt sie somit von der Bombardierung ab.
Allerdings ist Liesels Leben geprägt vom Tod, so wie das vieler anderer zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Gefährlich wird es für ihre Adoptiveltern, als diese einen jungen Juden in ihrem Keller verstecken. Mit ihm verbringt Liesel viel Zeit und eine Freundschaft entsteht, die Liesels Leben prägen soll.

Rezeption: Ich könnte noch sehr viel mehr zum Inhalt schreiben, doch meine Inhaltsangabe wäre wahrscheinlich länger als das ganze Buch. Was mir als erstes beim Lesen aufgefallen ist, war der Symbolismus, der hinter jedem Satz zu stecken scheint. Zusak verzichtet auf eine klassische Sichtweise beim Beschreiben der Dinge und bringt den Fokus lieber auf kleine Sachen, die einem mehr Verständnis für das Ganze geben. So marschiert kein Soldat, sondern eine Uniform. Es nickt kein Kopf, sondern ein Haarknödel. Der Himmel hat nicht die Farbe von Asche, sondern die von Juden.
Die Beispiele sind endlos und ebenso eindrucksvoll. So naiv der Erzählstil manchmal wirken kann, so wirkungsvoll transportiert er auch das Gefühl, das zu dieser Zeit in Nazi-Deutschland geherrscht haben muss.
Meiner Meinung nach geht es in dieser Geschichte weniger um Diebstahl - natürlich, auch das gehört dazu in verschiedenster Art - aber vor allem geht es um das Leben (und den Tod) selbst. Um Freundschaften, die geschlossen werden, nur um den geliebten Menschen dann für immer zu verlieren. Und es geht um die Macht der Worte, derer sich das Nazi-Regime ebenso bedient wie ein kleines Mädchen, das erst mühsam lesen lernen muss.

Obwohl der Tod die Erzählerinstanz ist, ist Liesel Meminger eindeutig Protagonistin dieser Geschichte. Der Fokus liegt beinahe ausschließlich auf ihr. Nur hin und wieder gibt es Einschübe mit Geschichten über andere Orte, andere Menschen. Man erfährt von Liesels Entwicklung über Jahre hinweg - ab ihrer Ankunft in Molching bei den Adoptiveltern bishin zum Ende des Krieges. Inzwischen lernt Liesel was Freude und Leid ist und wie schwer es manchmal ist, einfach zu leben, wenn man sich gar nicht lebendig fühlt.
Die Geschichte reißt mit und ist sicherlich der perfekte Weg für Jugendliche an das Thema Holocaust und zweiter Weltkrieg herangeführt zu werden.

Was mich an dem Buch gestört hat - denn, ja, leider gab es da ein paar Dinge - lag wohl vor allem daran, dass ich die englische Version gelesen habe. Wäre Deutsch nicht meiner Muttersprache oder hätte ich das Buch auf deutsch gelesen, wäre mir da wohl gar nichts aufgefallen. So aber wurde der Eindruck von diesem kleinen deutschen Dorf, in dem sich der Großteil der Handlung abspielt, durch einige Kleinigkeiten zerstört. Vor allem auffällig waren da die Namen: Rudy, Hansie, Barbra. Wenn schon Rudi, dann mit -i, bei Hansi kein -e hinten dran. Und Barbra ist bei uns eine Barbara (oder kennt jemand den deutschen Namen Barbra?). Das hat mich gestört, denn wenn es schon Einschübe mit deutschen Texten gibt, dann kann der Autor auch für Namen - die ja nie übersetzt werden - die deutsche Schreibweise benutzen. Außerdem gibt es dann einen Teil wo ein handgefertiges Buch abgebildet wird (bzw. Seiten daraus), das auf übermalten Seiten von Hitlers "Mein Kampf" geschrieben wurde. Der Text von "Mein Kampf" ist noch zu sehen und - der ist auf englisch. Ich bezweifle doch sehr, dass sie in Deutschland um 1940 eine englische Aussgabe von "Mein Kampf" herumliegen hatten.
Solche und ähnliche Dinge haben dafür gesorgt, dass ich das Buch einfach nicht in einem Rutsch durchlesen konnte und ich dazwischen fünf (!) andere Bücher gelesen habe.
Nichtsdestotrotz ist Markus Zusak ein herausragender Erzähler und auch die kraftvolle(n) Aussage(n) dieser Geschichte kommen durchaus an.

Deutschsprachigen Lesern würde ich also die Übersetzung ans Herz legen - die kenne ich zwar nicht, aber ich nehm mal an, dass sich der/ die Übersetzer/in was einfallen hat lassen. Alles in allem ein wunderschönes Buch, das mich zu Tränen gerührt hat und das ich ohne Gewissensbisse weiterempfehlen kann.

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