Beschreibung
...da ich persönlich auch einen Faible für den Themenkomplex Drittes Reich, 2. Weltkrieg und Vertreibung habe. Zum Inhalt des Buches möchte ich mich aber nicht weiter äußern.
Da dies meine erste Rezension bei Amazon ist, kurz zu meiner Person: Ich bin keine Leseratte und lese (nicht Berufliches) eigentlich nur im Urlaub. In den vergangenen Jahren habe ich die David Hunter Krimis von Simon Beckett gelesen, ergänzt durch Andreas Franz und Sebastian Fitzek. Soviel zu meinem "Geschmack". Da es in diesem Jahr von David Hunter nichts neues gab und mich "Der Augensammler" nicht so angesprochen hatte, habe ich gesucht... und "Tiefe Wunden" gefunden. Ein Krimi mit dem für mich interessanten Themenkomplex Drittes Reich, 2. Weltkrieg und Vertreibung, noch dazu mit (im weitesten Sinne) hessischen Lokalkolorit (meiner Heimat): Treffer. Und was für einer! Mich hat das Buch gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite! Natürlich gibt es viele Charaktere, die man sich irgendwie ordnen muss. Aber dafür liest man ja auch einen Krimi, bei dem man mitdenken will und gefordert ist. Zuviele sind das nicht. Auch gehört eine sorgfältige Schilderung der Polizeiarbeit für mich zu einem (guten!) Krimi dazu. Es erhöht in jedem Fall die Glaubwürdigkeit, für die auch eine schlüssige Story entscheidend ist. Und eine solche liegt bestimmt vor! Klischees kommen zwar vor, schaden aber sicher nicht. Und kleine Unstimmigkeiten - in welchem Krimi gibt es die nicht. Schmeichelt es uns "Hobbykriminologen" nicht mitunter, wenn wir mal eine kleine Unstimmigkeit in der Story aufdecken...
Lediglich der "Showdown" ist etwas zu dick aufgetragen, das hätte das Buch nicht gebraucht. Aber zuviele Seiten oder langatmige Textpassagen hat das Buch nicht. Ich habe es in vier Tagen (nur abends) gelesen und auch nach vier Tagen hängt es mir immer noch nach und ich denke über die Schicksale der Protagonisten nach.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich keine Seite bereut habe, was in der Hauptsache aber wohl an der Verknüpfung der guten Krimistory mit dem o. g. Themenkomplex liegt. Aber auch ansonsten gefällt mir Nele Neuhaus' Stil sehr gut - "Schneewittchen muss sterben" und "Mordsfreunde" sind schon bestellt. Mal sehen... aber egal wie das ausgeht, "Tiefe Wunden" würde ich jederzeit wieder lesen! Vielen Dank, Nele Neuhaus, für die hervorragend in einen Krimi verpackte, mich sehr bewegende Geschichte!
Ich möchte mir einen kleinen Kommentar zu einer vorherigen "Rezension" erlauben: "...als Zeitvertreib auf dem Fahrrad im Fitnessstudio gelesen." und "Danach habe ich den Rest des Buches nur noch kurz überflogen, bis ich endlich fertig war." Das kann man sich dann auch sparen und ist so sicher keine gute Basis für eine hilfreiche Rezension... Und zu ElBingeroso: er ist nicht der leibliche Onkel... ;-)